In der letzten Woche gab es schon mehrere Möglichkeiten mich in unseren schönen Ortsteilen persönlich zu treffen, gestartet sind wir mit dem Open-Air-Wohnzimmer am letzten Samstag an der Gemeindebücherei in Roßdorf. Bereits um kurz vor 10 Uhr durfte ich die erste Bürgerin begrüßen. So wurde ich u.a. gefragt, wie wir es schaffen können, dass die Gemeinde unsere Vereine, Organisationen und Schulen für gezielte Förderungen von Kindern besser zusammenbringen kann und was dafür nötig ist. Hier wäre der erste Schritt die Webseite der Gemeinde auf neuestem Stand zu bringen und aktive Begegnungen zu fördern.
Außerdem waren der Verkehrsfluss auf Roßdorfs Straßen ein viel angesprochenes Thema, so fragte man mich wie wir bei zukünftigen Planungen von Kreiseln, Knotenpunkten und mehr die schwächeren Verkehrsteilnehmer:innen besser einbeziehen können. Hier ich konnte einmal mehr mein Verständnis von einer aktiven Bürgerbeteiligung näher bringen, denn wir alle haben für diese Gemeinde wertvolles Potenzial: das Wissen der Vielen!
Außerdem wünschen sich die Roßdörfer mehr Spiel- und Turngeräte auch für etwas ältere Kinder und frei gestaltbare Plätze. Natürlich gab es auch ein intensives Gespräch zur Straßenbahn und Trassenführung. Aus meiner Sicht ist eine Straßenbahn nach Darmstadt grundsätzlich sehr zu begrüßen. Allerdings sind die entscheidenden Grundlagen noch nicht geklärt, zum Beispiel die technischen Fragen rund um die Trassenführung, oder auch der Einfluss auf den Busverkehr. Sobald hierzu nähere Informationen vorliegen würde ich als Bürgermeisterin vollständige Transparenz herstellen, und auch die Fragen und Anmerkungen der Bürger:innen aufnehmen. Dieses Thema hat so viele Ebenen und ist auch so emotional, das braucht einen intensiven Dialog.
Am vergangenen Mittwoch folgten, bei schmuddeligen Wetter das sicherlich nicht unbedingt dazu einlud auf dem Piratenspielplatz in Gundernhausen mit den Kindern ausgiebig zu spielen, weitere tolle Begegnungen. Ein wichtiger Punkt in diesem Quartier war der für viele Bürger:innen am Zentro fehlende Glascontainer. Zudem gab es Stimmen zum neuen Straßenbelag zwischen Gundernhausen und Roßdorf, der leider nun ein hohes Lärmaufkommen aufgrund der Abrollgeräusche auf der neuen dichten Asphaltdecke aufweist. Hier möchte ich mich gerne für eine Verbesserung einsetzen. Besonders charmant empfand ich den Vorschlag für eine „Bank für Gespräche“, bei der an einer ruhigen Bank im öffentlichen Raum die vorschlagende Dame (und vielleicht weitere Freiwillige) für Gespräche zur Verfügung steht. Ganz entspannt können so Menschen einfach reden, und jemand hört zu. Diese Idee hat mich sehr berührt.
Auch Online war es ein sehr gutes Gespräch, zwischen allen Anwesenden, ein schöner Dialog statt Monolog.
Wohnraum war ein großes Thema. Die Gemeinde kann hier Rahmenbedingungen setzen, und bei eigenen Grundstücken klare Bedingungen stellen (mehr Details unter „Themen). Eine Teilnehmerin wies darauf hin, dass in anderen Gemeinden die Gemeinde sogar als Mieter auftritt. Ob das für uns ein gangbarer Weg ist kann ich aktuell nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall eine genauere Analyse wert. Auch andere Wohnformen wie generationsübergreifendes oder betreutes Wohnen sind wichtig.
Der Bedarf an Tagesmüttern, und die Möglichkeiten der Unterstützung von Tagesmüttern durch die Gemeinde wurden angesprochen. Übereinstimmend positiv wurde der Wunsch nach Begegnungsorten geäußert, nach Ruhebänken, niedrigschwelligen Orten für ein Schwätzchen, und auch nach einem Begegnungscafé.
Die Straßenbahn war Thema, mit schönem Gespräch über Trassenführung, Emotionen und Fakten. Meine absolute Lieblingsfrage war aber: „Wenn du dir für deine Amtszeit einen Herzenswunsch erfüllen dürftest, ohne jede Einschränkung durch die Realität, was wäre das?“ Wenn man nach meiner Amtszeit sagen würde „In dieser Zeit sind unsere Ortskerne in Roßdorf und Gundernhausen lebendig und schön geworden“, das wäre wundervoll. Und wenn ich persönlich auch noch sagen könnte „Wir als Gemeinde haben alles für das Klima getan, was in unser Macht stand“, dann wäre ich zufrieden.